Wie jüdische Überlebende ihre Verfolgungserfahrungen an ihre Töchter und Söhne weitergeben, untersuchte Dr. Kurt Grünberg im Rahmen seines Forschungsprojekts Szenisches Erinnern der Shoah, das er 2016 abschloss. Der Projektschwerpunkt lag nicht auf den sprachlichen, sondern auf den nonverbalen Mitteilungen der Überlebenden, die das bewusste wie unbewusste Verhalten umfassen und als „Szenen“ verstanden werden. Anhand der konkreten Verfolgungsgeschichte eines Überlebenden zeigt Dr. Kurt Grünberg in seinem Vortrag, wie wesentliche Aspekte der extremen Traumatisierung szenisch erinnert und tradiert werden. Ergänzend dazu geht er auf die Schlüsselkategorien Erinnern und Gedächtnis ein.

Dokumentationszentrum Oberer KuhbergDas Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V. hat in der aktuellen Ausgabe seiner Vereinsmitteilungen die Nachkommen von NS-Verfolgten zum Schwerpunktthema gemacht.

Hier findet sich die Online-Ausgabe.

Das nächste Regionaltreffen für Nachkommen von NS-Verfolgten findet am 30.10.2016 in Köln statt. Im Fokus wird dieses Mal das Thema „Erinnerungsarbeit“ stehen. Die Referentinnen Christa Bröcher und Klara Tuchscherer werden Einblick in die Arbeit der „Kinder des Widerstandes“ geben und von ihrer Tätigkeit in der politischen Bildung und Erinnerungsarbeit berichten. Der Workshop der Regisseurin Carmen Eckhardt beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie der vielfältige Umgang von Nachkommen mit familiären NS-Verfolgungsgeschichten im Film dargestellt werden kann. Alle Interessierten laden wir herzlich zu dieser Veranstaltung ein!

 

Buch Jacky DrekslerAm 27.09.2016 stellt Jacky Dreksler gemeinsam mit Hugo Egon Balder im Freiraum in Köln-Sülz sein autobiographisches Buch "Ich wünsch dir ein glückliches Leben" vor.

Zwei Ghettos und zwei Konzentrationslager liegen hinter der polnischen Jüdin Fela Dreksler, als sie 1946 ihren Sohn Jacky zur Welt bringt. Als Jacky neun Jahre alt ist, stirbt seine Mutter und hinterlässt einen Sohn, der nicht viel anderes kennt als Leid, Ausgrenzung, Lügen und Unterdrückung. In seinem Buch erzählt er, wie es ihm trotzdem gelang, ein erfolgreicher Mann und glücklicher Familienvater zu werden. Und wie sehr ihm das bemerkenswerte Credo seiner Mutter dabei half: »Du musst versuchen, glücklich zu sein. Egal, was kommt. Du musst es wollen. Mehr als alles andere.«

Veranstaltungswebseite

 

hannas schlafende hunde 2016 filmplakat rcm236x336uOberösterreich 1967: Nur nicht aufzufallen ist das oberste Gebot in Hannas Familie, weder bei den Nachbarn noch in der Schule. Das ist ihrer Mutter Katharina ebenso wichtig wie die regelmäßigen Besuche in der katholischen Messe. Das kluge Mädchen spürt instinktiv, dass an der Lebensweise der Familie etwas nicht stimmt, und entdeckt, unterstützt von ihrer resoluten Großmutter Ruth, das Geheimnis ihrer jüdischen Identität. Hanna beginnt die Angst ihrer Mutter zu verstehen, will sich aber nicht weiter verstecken. Die schlafenden Hunde der Vergangenheit in dem noch immer naziverseuchten Dorf sind ohnehin bereits geweckt.