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Das Interesse an den NS-Verfolgten ist in
den letzten zwölf Jahren gewachsen. In den vergangenen
Jahren stand jedoch meistens die Entschädigung der Opfer
im Vordergrund. Mittlerweile verschiebt sich der Fokus immer
mehr darauf, wie den Überlebenden ein Alter in Würde
und Sicherheit ermöglicht werden kann, das ihren speziellen
Erfordernissen gerecht wird.
1994 hat der Bundesverband die
Forschungsarbeit: „Die
Lebenslage der NS-Verfolgten im vereinigten Deutschland“ erstellt.
Entschädigung und der Zugang zu Informationen über
Entschädigungsmöglichkeiten standen in der Untersuchung
im Vordergrund. Psychosoziale Versorgung, Altenhilfe und Altenpflege
waren damals noch nicht Thema.
Am 22. Juni 2004 veranstaltete
der Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e.V. gemeinsam mit PAKH
e.V. (Psychotherapeutischer Arbeitskreis für Betroffene
des Holocaust) ein eintägiges Symposium zu der Frage,
wie hilfsbedürftige NS-Verfolgte optimal versorgt und
die Retraumatisierung abgemildert oder verhindern werden könnten.
Auf dieser Veranstaltung, die sich an ein breites Publikum
von Verfolgtenverbänden, Wohlfahrtsverbänden, Fachpersonal
aus Altenhilfe, Gerontologie und Altenpflege u.a. wandte, wurde
großer Handlungsbedarf deutlich. Die NS-Verfolgten und
ihre besonderen Erfordernisse waren in der Altenhilfe bis heute
kaum berücksichtigt.
Um das zu ändern, wurde unser Verband aktiv in der Kampagne
für eine kultursensible Altenhilfe. Für eine
optimale Begleitung und Unterstützung der Überlebenden
im Alter ist jedoch eine ergänzende Studie zwingend erforderlich.
Es gibt zwar erste Untersuchungen über die Situation von
jüdischen NS-Verfolgten in spezifischen Altenheimen in
Deutschland, über die Lage der sog. „vergessenen
Opfer“ (z.B. ZwangsarbeiterInnen, sog. Asoziale u.a.)
existieren bisher keine genauen Daten oder Erkenntnisse.
Leider
reichen die Mittel unseres Bundesverbandes nicht aus, um ein
entsprechendes Forschungsvorhaben zu realisieren. Wir
brauchen dringend Förderer, die uns dabei finanziell unterstützen.
Das wäre in diesem Jahr, in dem sich die Befreiung vom
Nationalfaschismus schon zum 60. Mal jährt, ein wichtiges
Zeichen!
Ansprechpartner:
Dr.
Jost Rebentisch
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