Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. unterstützt NS-Überlebende mit Beratungs-, Begegnungs- und Hilfsangeboten, die auf ihre besonderen Lebenssituationen zugeschnitten sind. Die hochbetagten Überlebenden tragen die Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung bis heute mit sich. Traumatische Erfahrungen, Einsamkeit, gesundheitliche Einschränkungen oder ein tiefes Misstrauen gegenüber der deutschen Mehrheitsgesellschaft prägen vielfach ihren Alltag.
Ein großer Teil der Überlebenden, die wir heute begleiten, kam als jüdische Kontingentflüchtlinge aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Sprachbarrieren, geringe Renten und Altersarmut erschweren vielen Betroffenen den Zugang zu Unterstützungsangeboten und Behörden. Deshalb berücksichtigen wir in unserer Arbeit die sprachlichen, kulturellen und biografischen Hintergründe der Menschen und bieten niedrigschwellige Unterstützung an.
Unser Ziel ist es, die besonderen Bedürfnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung in den Mittelpunkt zu stellen. Mit unseren Angeboten schaffen wir geschützte Räume für Begegnung und Austausch mit anderen Betroffenen, unterstützen bei der Bewältigung des Alltags und stärken soziale Teilhabe.
Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus haben längst nicht alle von NS-Verfolgung Betroffenen eine angemessene Entschädigung erhalten. Wir beraten zu Entschädigungsleistungen, unterstützen bei der Antragstellung, begleiten Betroffene im Kontakt mit Behörden und setzen uns dafür ein, dass bestehende Ansprüche wahrgenommen werden können.
An drei Standorten in Köln, Düsseldorf und Recklinghausen treffen sich regelmäßig NS-Verfolgte zum Austausch bei Kaffee und Kuchen.
NS-Überlebende treffen sich im geschützten Rahmen privater Wohnungen. Das Projekt beugt einer Vereinsamung der Betroffenen im Alter vor.
Im Projekt werden engagierte Freiwillige eingesetzt, die den regelmäßigen Kontakt zu den Überlebenden pflegen.
Das Entschädigungsrecht gleicht einem Flickenteppich. Wir beraten die NS-Überlebenden und helfen ihnen, ihre Ansprüche geltend zu machen.
Wer kann die Angebote nutzen?
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Je nach Angebot beziehen wir auch Angehörige und Nachkommen mit ein.
Kostet die Beratung etwas?
Nein. Unsere Beratungs- und Unterstützungsangebote sind kostenfrei.
Unterstützen wir auch bei Entschädigungsfragen?
Ja. Wir beraten zu Entschädigungsleistungen, unterstützen bei der Antragstellung und begleiten Betroffene im Kontakt mit Behörden und Institutionen.
Kann ich auch Unterstützung erhalten, wenn Deutsch nicht meine Muttersprache ist?
Ja. Viele der von uns begleiteten NS-Überlebenden kamen als jüdische Kontingentflüchtlinge aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Deshalb berücksichtigen wir sprachliche und kulturelle Bedürfnisse in unserer Arbeit und bemühen uns um einen möglichst barrierearmen Zugang zu unseren Angeboten.
Sie oder Ihre Angehörigen haben Fragen zu unseren Angeboten oder benötigen Unterstützung? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie gerne persönlich und vertraulich.
Im Laufe unserer langjährigen Arbeit haben wir zahlreiche Projekte zur Unterstützung von NS-Überlebenden umgesetzt. Die folgenden Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen und haben nachhaltige Impulse für unsere heutige Arbeit gesetzt.
Freiwillige besuchten Überlebende der NS-Verfolgung oder begleiteten sie zu Veranstaltungen und Arztbesuchen.
Gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen des Freiwilligenzentrums im polnischen Zamosc engagiert sich der Bundesverband für NS-Überlebende vor Ort.
Das Projekt machte auf die Bedürfnisse von NS-Verfolgten in deutschen Pflegeeinrichtungen aufmerksam und verbesserte die Situation der Betroffenen.
Die Publikation fasst die Ergebnisse der gleichnamigen internationalen Konferenz zusammen.
Mit seinen Kooperationspartner:innen konnte der Bundesverband tausenden von Zwangsarbeiter:innen zu der ihnen zustehenden Entschädigung verhelfen.