Aufgrund des fortschreitenden Alters, körperlicher Einschränkungen, verschiedener Erkrankungen und begrenzter Mobilität steigt die Zahl der Überlebenden, die nicht mehr an den Veranstaltungen des Bundesverbands, wie den Erzähl- und Begegnungscafés oder dem Projekt Warmes Zuhause, teilnehmen können. Ihre Lebensgeschichten sind geprägt von Verfolgung, Verlust, Flucht und Ausgrenzung. Viele von ihnen erleben auch heute noch gesellschaftliche Isolation, Armut und mangelnde Anerkennung. Häufig leben sie ohne Partner:innen oder Angehörige - allein und sehr einsam.
Um dieser Vereinsamung zu begegnen, wurde 2022 das von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) geförderte Projekt „Ehrenamtlicher Besuchs- und Begleitdienst“ ins Leben gerufen. Seit Projektbeginn engagieren sich Freiwillige, die regelmäßig Kontakt zu den Überlebenden pflegen - zum Beispiel durch Telefongespräche und Videotelefonate, durch gemeinsame Spaziergänge, Besuche in der Wohnung, Einkäufe oder andere alltägliche Aktivitäten. Aktuell betreuen etwa zwölf Ehrenamtliche jeweils zwei bis drei Überlebende. So können 24 bis 36 Überlebende aus Köln und Umgebung unterstützt werden.
Das Projekt schafft ein Format, das sich an den individuellen Bedürfnissen der Überlebenden orientiert: Die Besuche ermöglichen einen offenen Austausch über das eigene Leben, über Verlust- und Migrationserfahrungen, über Diskriminierung und Zugehörigkeit - und über all das, was im Alltag oft unausgesprochen bleibt.
Das Projekt versteht sich dabei nicht als reine soziale Dienstleistung, sondern als solidarischer Begegnungsraum auf Augenhöhe. Der Besuchs- und Begleitdienst ist nicht nur ein Angebot, sondern Ausdruck einer Haltung: offen, zugewandt, würdevoll und verlässlich.
Sie verfügen über Russischkenntnisse, möchten Überlebende unterstützen und sich ehrenamtlich engagieren?
Dann wenden Sie sich gerne an unsere Projektkoordinatorin Hanna Vlasiuk - wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!
Projektleitung:
Hanna Vlasiuk
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