Begegnungen mit Nachkommen von NS-Verfolgten
Es ist eine Tatsache, dass es immer weniger Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung gibt, die als Zeitzeug:innen zur Verfügung stehen wollen und können. Umso wichtiger wird die Rolle ihrer Kinder, Enkelkinder und weiterer Nachkommen. Sie erzählen nicht nur von der Verfolgungsgeschichte ihrer Familien, sondern auch davon, wie diese Erfahrungen über Generationen weiterwirken und welche Erfahrungen sie selbst gemacht haben.
Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. verfügt über ein großes Netzwerk von Nachkommen von NS-Verfolgten, die als Erzähler:innen in der Bildungsarbeit tätig sind. Sie geben persönliche Einblicke in die Geschichte ihrer Familien, in die Folgen von Verfolgung und in die Bedeutung von Erinnerung für die Gegenwart.
Viele Nachkommen sind bis heute mit den Auswirkungen der NS-Verfolgung konfrontiert. Familiengeschichten von Flucht, Ausgrenzung, Gewalt und Verlust können Spuren hinterlassen – etwa durch Gefühlserbschaften, sogenannte transgenerationale Traumata, aber auch durch ein besonderes Bewusstsein für die Folgen von Hass, Hetze und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Einige Nachkommen machen zudem eigene Diskriminierungserfahrungen, beispielsweise aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen, die auch nach 1945 weiterhin Ausgrenzung erfahren haben, wie etwa Sinti:zze und Rom:nja.
Gerade diese Verbindung von Familiengeschichte, persönlicher Erfahrung und gesellschaftlichem Engagement macht Nachkommen zu wichtigen Stimmen in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Sie können besonders eindrücklich vermitteln, wohin Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit führen können – weil ihre Familiengeschichten die langfristigen Folgen sichtbar machen.
Unsere Erzähler:innen finden Sie hier: Nachkommen von NS-Verfolgten
Die Begegnungen ermöglichen Jugendlichen und Erwachsenen:
Unsere Erzähler:innen gestalten Bildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen und Altersstufen. Inhalte und Ablauf werden individuell auf Ihre Einrichtung und den jeweiligen Anlass abgestimmt.
Mögliche Formate sind unter anderem:
Individuelle Gestaltung
Jede Familiengeschichte ist einzigartig. Deshalb werden Inhalte, Dauer und methodische Gestaltung gemeinsam mit der jeweiligen Erzählerin bzw. dem jeweiligen Erzähler abgestimmt. So entstehen Bildungsangebote, die sowohl zur Zielgruppe als auch zum zeitlichen Rahmen Ihrer Veranstaltung passen.
Honorar und Kosten
Für den Einsatz der Erzähler:innen fällt teilweise ein Honorar an, das ausschließlich den Nachkommen von NS-Verfolgten selbst zugutekommt und deren Vorbereitung, Erfahrung sowie persönliche Erzählarbeit angemessen würdigt.
Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. erhält keine Vergütung für die Vermittlung oder Koordination der Einsätze.
Zusätzlich sind folgende Kosten einzuplanen:
Die Höhe des Honorars sowie die voraussichtlichen Nebenkosten werden transparent im Vorfeld abgestimmt.
Im Rahmen Ihrer geplanten Veranstaltung bitten wir darum, freiwillige Spenden für die Aufrechterhaltung der Arbeit des Bundesverbands zu sammeln. Diese Spenden dienen der langfristigen Bildungs-, Beratungs- und Erinnerungsarbeit des Verbands und stehen in keinem Zusammenhang mit dem Honorar der Erzähler:innen.
Einsatzraum
Die Nachkommen von NS-Verfolgten sind bundesweit einsetzbar. Abhängig von Verfügbarkeit und Entfernung sind sowohl Präsenzformate als auch – nach Absprache – digitale Veranstaltungen möglich.
Bitte beachten Sie, dass viele Nachkommen der ersten Generation (Kinder von Überlebenden) mittlerweile selbst bereits betagt sind. Längere oder weite Reisen können aus gesundheitlichen Gründen mitunter zu anstrengend sein, weshalb Einsatzorte, Reisedauer und Veranstaltungsform im Vorfeld gemeinsam sorgfältig abgestimmt werden.
Kontakt:
Sarah Frecker
0221 17 92 94 12
frecker@nsberatung.de