Recherche

 „In meiner Familie wird erzählt, mein Opa sei im KZ gewesen“. Anfragen dieser Art erreichen den Bundesverband seit einigen Jahren immer häufiger. Nachkommen von NS-Opfern ist es oftmals ein persönliches Anliegen, Genaueres über das Schicksal ihrer Angehörigen zu erfahren. Wir unterstützen Überlebende und Angehörige von NS-Verfolgten bei der Suche nach Familienmitgliedern. Dazu zählen beispielsweise Recherchen in Archiven sowie Nachforschungen bei Institutionen und Ämtern. Der Recherche-Service ist für Suchende aus NRW kostenlos, für alle anderen wird eine Pauschale von 50 € erhoben. Nicht enthalten sind eventuell anfallende Kosten.

Kontakt:
Dr. Jost Rebentisch
0221 17 92 94 23
rebentisch@nsberatung.de

Eine Erfolgsgeschichte - späte Familienzusammenführung

Heinz-Günther G. bat uns um Hilfe bei der Suche nach seinem leiblichen Vater, den er nie kennengelernt hatte. Der gebürtige Italiener war 1945, nach Jahren der Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit, umgehend nach Italien zurückgekehrt. Heinz-Günther G. und seine Mutter Luise blieben in Deutschland zurück. Bis Luise einen neuen Mann kennenlernte. Das Paar heiratete und bekam zwei weitere Söhne. Heinz-Günther G. war in dieser neuen Konstellation der ungeliebte Stiefsohn, der „Italiener“. Es blieb ihm ein Bedürfnis, seinen leiblichen Vater kennenzulernen. Erste eigene Nachforschungen endeten jedoch in einem Camp für „displaced persons“ in Koblenz. Dann nahmen wir die Suche auf. Und tatsächlich: Nach längeren Recherchen fand sich eine erste Spur. Sie wies nach Süditalien, in die Provinz Apulien. Dort gelang es, den Vater in einem Städtchen namens Palagiano ausfindig zu machen. Für Heinz-Günther G. schloss sich damit eine große Lücke in seiner Biografie. Endlich lernte er seinen leiblichen Vater und damit auch den anderen Teil seiner Familie kennen.

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