Karikatur PoggenburgDer Empfänger der allerersten Verleihung unserer virtuellen Auszeichnung „Haselnuss des Monats“, André Poggenburg, musste letzte Woche aufgrund seiner verbalen Entgleisungen als Partei- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt zurücktreten. Die „Haselnuss des Monats“ verleihen wir ihm trotzdem gerne – wir werfen sie ihm sozusagen hinterher.

André Poggenburg trat 2013 in die AfD ein, ist seit 2014 Parteivorsitzender in Sachsen-Anhalt, seit 2016 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt und dort Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion. Er gehört, wie sein Freund Björn Höcke, jenem so genannten „Flügel“ der AfD an, der sich betont völkisch-nationalistisch gibt. Von ihm sind zahlreiche besonders widerliche rechte Entgleisungen dokumentiert, weshalb wir ihn als ersten Preisträger der „Haselnuss“ ausgewählt haben. So bezeichnete er 2017 „linksextreme Lumpen“ als „Wucherungen am deutschen Volkskörper“, in einer Whatsapp-Gruppe teilte er den NPD-Slogan „Deutschland den Deutschen“ und erkundigte sich nach einer „Weiterbildung in Sachen ‚Erweiterung der Außengrenzen‘“.

Am Aschermittwoch 2018 bezeichnete er in einer Rede die in Deutschland lebenden türkischstämmigen Menschen als „Kameltreiber“ und „Kümmelhändler“, die „sich dahin scheren (sollten), wo sie hingehören, weit, weit, weit, hinter den Bosporus zu ihren Lehmhütten und Vielweibern. Hier haben sie nichts zu suchen und zu melden.“ In derselben Rede sagte er mit Bezug auf den SPD-Politiker Martin Schulz: „Jedem das ... (Kunstpause) ... was ihm gebührt“ – und weckte damit Assoziationen zu dem Spruch „Jedem das Seine“, der das Tor des Konzentrationslagers Buchenwald zierte.

Herr Poggenburg hat sich die erste „Haselnuss“ redlich verdient – wir gratulieren! 

Die „Haselnuss des Monats“ ist eine virtuelle Auszeichnung, die wir ab sofort regelmäßig an besonders engagierte Hetzer aus der rechten Ecke verleihen werden. Wir würdigen damit die entlarvendsten Äußerungen sowie die eklatantesten Fehlbesetzungen in den Organen demokratischer Institutionen. Illustriert werden die virtuellen Preise mit feinen Karikaturen des Zeichners Dimitri Furman.