Abram Ilmer

Am 11. April 2018 wird der Shoah-Überlebende Abram Ilmer im Erzählcafé des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. in Recklinghausen von seinem Verfolgungsschicksal berichten. Die Veranstaltung findet um 14 Uhr in den Räumlichkeiten der Evangelisch-Methodistische Kirche in der Limperstr. 34 statt.

Abram Ilmer wurde 1930 in der weißrussischen Stadt Kalinkawitschy geboren. Im Juli 1941, kurz nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion, begann die Mutter mit vier Kindern eine lange und entbehrungsreiche Flucht, die sie über tausende Kilometer per Fuhrwerk und Viehwaggon über die Ukraine bis nach Ufa im westlich des Ural gelegenen Baschkirien führte. Diese Entscheidung erwies sich als lebensrettend: Einen Monat nachdem sie sich auf den Weg gemacht hatten, überfielen die Deutschen Kalinkawitschy und ermordeten die 700 dort verbliebenen Juden.

Im März 1944 wurde die Stadt schließlich von der Roten Armee befreit und Familie Ilmer machte sich auf den Weg nach Hause. Aufgrund von Bombardierungen sollte es Monate dauern, bis sie wieder in Kalinkawitschy ankamen. Ihr Haus stand noch, war aber geplündert worden. Seinen Vater und seine drei Brüder sollte Abram nie wieder sehen.

In Recklinghausen treffen sich regelmäßig NS-Verfolgte im geschützten Rahmen eines Begegnungscafés zum Austausch. Das öffentliche Erzählcafé findet zweimal im Jahr statt und steht Schulklassen, Jugendgruppen und anderen Interessierten offen. Bei Interesse an einer Teilnahme bittet der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. um eine Voranmeldung unter 0221-179294-0 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.