Goldberg Sinovij

Sinowij Goldberg ist am 14. November 2019 von 15-17 Uhr zu Gast im Kölner Erzählcafé. Der gebürtige Russe jüdischen Glaubens war acht Jahre alt, als die Deutschen seine Heimatstadt Leningrad (heute Sankt Petersburg) bombardierten. Zusammen mit seiner Schwester Tina und seiner Mutter überlebte Sinowij Goldberg die fast 900 Tage andauernde Blockade. Diese begann im September 1941 und endete im Januar 1944. Nach heutigen Schätzungen verlor Leningrad mindestens die Hälfte seiner Bevölkerung: Über eine Millionen Menschen starben im Bombenhagel, an Hunger, Kälte und Krankheiten.

„Man fragt uns, wie wir diese Hungersnot überleben konnten“, erinnert sich Goldberg. Hitlers erklärtes Ziel war nicht die Eroberung der Stadt, sondern das Auslöschen der Leningrader Bevölkerung durch Aushungern. Goldberg weiß, was das bedeutet: Die Belagerten verzehrten Brot aus Sägemehl, kochten Suppe aus Ledergürteln, aßen Katzen, Ratten, Abfälle. „Während der Blockade bedeutete es, dass man lernen musste, die 125 Gramm undefinierbare, lehmartige Brotmasse nicht gleich auf einmal zu essen und ohne fließendes Wasser und Licht auszukommen. Wir schafften das alles dank unserer Mutter.“ Trotzdem hätte Goldbergs Familie beinahe nicht überlebt.

Nach extremer Entbehrung, eisigen Wintern mit minus 40 Grad, Hunger und Krankheiten, gelingt es der Familie Goldberg im Juli 1942 über den Ladogasee aus der belagerten Stadt zu fliehen. Sie erreichen Kasan an der Wolga, wohnen später in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Heute lebt Sinowij Goldberg im Rheinland.

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. lädt Sie herzlich zum Kölner Erzählcafé ein.

Veranstaltungsort:
Residenz am Dom
An den Dominikanern 6-8
50668 Köln

Pressekontakt:
Milena Rivera
Tel.: 0221-179294-12
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!