Im Rahmen eines deutsch-tschechischen Gemeinschaftsprojektes mit dem European Shoah Legacy Institut hat der Bundesverband 2012 eine Bedarfsabfrage bei allen europäischen Gedenkstätten durchgeführt.

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Über das Projekt

Das Projekt trägt den Titel "Bedarfsstudie zum Erhalt der KZ-Gedenkstätten und weiterer Gedenkorte für die Opfer des NS-Regimes in der Europäischen Union". Der Bundesverband setzt sich damit für ein einheitliches Finanzierungskonzept der Gendenkstätten auf EU-Ebene ein. Kooperationspartner des Bundesverbandes sind das Internationale Auschwitz-Komitee und der Verband der befreiten politischen Häftlinge und ihrer Angehörigen der Tschechischen Republik (SOPVP). Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond.

 

Fotolia stacheldraht 200x130Wie es dazu kam…

Das Gedenkstätten-Projekt entstand als Reaktion auf das so genannte "Vermächtnis der Überlebenden". Vertreter von zehn internationalen Lager-Komitees verabschiedeten im Jahr 2009 die Resolution "Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen". Mit diesem Beschluss forderten die Überlebenden Deutschland und Europa nachdrücklich auf, die authentischen Erinnerungsorte zu erhalten und die politische Bildung zu fördern. Das Anliegen der Überlebenden wurde auf der „Holocaust Era Assets Conference“ in Prag aufgegriffen und floss in die dort verabschiedete „Terezin Declaration“ und die „Joint Declaration“ ein. Diese beiden Erklärungen definieren die Unterstützung der europäischen Gedenkstätten als gesamteuropäische Aufgabe. Alle 46 Regierungen haben dieser Absichtserklärung zugestimmt; vier EU-Kommissare haben das Papier unterzeichnet.

 

Fotolia theresienstadt 200x130Pionierarbeit

Bevor die eigentliche Arbeit beginnen konnte, galt es zunächst, alle Gendenkorte im gesamten EU-Gebiet auszumachen und in einer Datenbank zu erfassen. Im nächsten Schritt haben die Mitarbeiter des Bundesverbandes alle 259 Gedenkorte in 19 EU-Ländern per Mail kontaktiert – mit der Bitte, einen Fragebogen auszufüllen. An der Umfrage haben sich 128 Gedenkorte in 14 Ländern beteiligt: Auch wenn nicht alle angeschriebenen Gedenkstätten auf die Umfrage reagiert haben, konnte der Bundesverband zusammen mit seinen Kooperationspartnern eine repräsentative Aussage über den IST-Zustand der Gedenkstätten in der EU machen. Die Umfrage machte auch deutlich, in welcher Höhe Zuwendungen in Zukunft benötigt werden, um die Gedenkorte adäquat zu erhalten. Dabei variieren die Unterschiede von Land zu Land erheblich. Eine homogene Gedenkstättenlandschaft ist innerhalb der EU nicht vorhanden.

 

Ausblick
Nach der Studie ist klar: Viele Erinnerungsorte benötigen Hilfe. Daher ist es sinnvoll, den beschrittenen Weg weiter zu gehen. Die Studie dient im Wesentlichen dazu, den Prozess der dringend erforderlichen Kommunikation anzustoßen: Sei es bei gegenseitigen Besuchen sowie bei Konferenzen und nationalen und internationalen Zusammenschlüssen. Das Ziel sollte ein gemeinsames Werben um Unterstützung bei der Europäischen Union sein.

Dieses Projekt wurde gefördert vom European Shoah Legacy Institute und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

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