Das Entschädigungsrecht in Deutschland gleicht einem „Flickenteppich“. Über die Jahrzehnte gab es zahlreiche Änderungen, Ergänzungen und Neuregelungen. Für die meist hochbetagten Opfer oft eine nicht zu meisternde Herausforderung. Hier setzt die Arbeit des Bundesverbandes an. Seit über 20 Jahren beraten die MitarbeiterInnen alle Opfer des Nationalsozialismus und helfen den Betroffenen, ihre Ansprüche geltend zu machen.


Die 50er Jahre: Komplizierte Rechtslage
Das Nazi-Regime hat Millionen Menschen schweres Leid zugefügt. Nach dem Krieg haben die Opfer oftmals lange auf eine Wiedergutmachung warten müssen. Viele von ihnen haben erst gar keine Entschädigung erhalten. Der Grund: Sie wurden schlichtweg durch die in den 1950er Jahren geschaffenen Gesetzte nicht als NS-Verfolgte anerkannt.  Maßgeblich waren hier das 1956 verabschiedete Bundesentschädigungsgesetz (BEG) sowie das 1957 erlassene Allgemeine Kriegsfolgengesetz (AKG).


Die 80er Jahre: Erste Nachbesserungen
In den 1980er Jahren gab es erste „Nachbesserungen“. InteressensvertreterInnen von NS-Verfolgten sorgten mit politischen Initiativen und Kampagnen für Aufsehen. Dies führte dazu, dass neue Härteregelungen das AKG ergänzten und erste Härtefonds eingerichtet wurden. Jedoch berücksichtigten auch diese Neuregelungen nicht alle Opfergruppen. Da noch immer zahlreiche Überlebende von Entschädigungsleistungen ausgeschlossen waren, errichteten einige Bundesländer zusätzliche Härtefonds für NS-Verfolgte.


Entschädigungsrecht heute
Inzwischen ist das Entschädigungsrecht in Deutschland zu einem hoch komplexen Gebilde herangewachsen. Die noch lebenden NS-Verfolgten sind mittlerweile so alt, dass sie selbst ihre Ansprüche nicht mehr durchsetzen können. Viele leben in Armut und Isolation. Der Bundesverband sieht seine Aufgabe darin, diesen Menschen zu helfen, sie in rechtlichen und sozialen Belangen zu unterstützen.