For the English version: Declaration on common objectives to support descendants of survivors of Nazi persecution

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Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. initiierte im Jahr 2018 zwei internationale Arbeitsgruppen. Die teilnehmenden ExpertInnen befassten sich mit den Themen „Historisch-politische Bildungsarbeit“ und „Psychosoziale Fragen“ im Kontext der Arbeit von und mit NachkommInnen von Menschen, die aus verschiedenen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

In den Arbeitsgruppen wurde über die spezifischen Bedarfe von NachkommInnen und ihre Rolle als ImpulsgeberInnen für eine partizipatorische, demokratische Erinnerungskultur diskutiert. Es ergaben sich gemeinsame Ziele, zu deren Unterstützung wir mit dieser Erklärung (politische) EntscheidungsträgerInnen und MultiplikatorInnen aufrufen.

Wir, die UnterzeichnerInnen, sind überzeugt davon, dass die NachkommInnen von Verfolgten des Nationalsozialismus einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von transgenerationaler Weitergabe von Trauma leisten. Sie setzen wichtige Impulse für die Entwicklung von Programmen zur Erinnerungskultur und gesellschaftspolitischen Arbeit, im Sinne einer offenen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft. Sie bringen eine bedeutende Perspektive in gegenwartsrelevante Debatten ein und sollen, in der Entwicklung und Implementierung von Programmen, die sich an den authentischen Erfahrungen der Überlebenden und ihrer NachkommInnen orientieren unterstützt werden.

Zusammen mit den Überlebenden setzen sich ihre NachkommInnen seit den 1960er Jahren für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und die Würdigung der Verfolgungsgeschichten ein. Damit leisten sie einen bedeutenden gesellschaftspolitischen Beitrag. NachkommInnen bringen durch ihre Familiengeschichte wichtige Impulse für die historisch-politische Bildungsarbeit mit. Sie sind VermittlerInnen zwischen Vergangenheit und Zukunft, weil sie ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. Um die Leistungen von NachkommInnen anzuerkennen, bedarf es eines Empowerments, damit ihre Perspektiven in gedenkpolitische Entscheidungen einfließen können:

  • NachkommInnen müssen als ZeugInnen ihrer eigenen Geschichte anerkannt werden. Ihre Erfahrungen sind bedeutsam für die Analyse gesellschaftspolitischer Entwicklungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
  • Es bedarf der Unterstützung und Förderung der Teilhabe von NachkommInnen in gegenwartsrelevanten Debatten, damit ihre Stimmen Gehör finden.
  • International gilt es NachkommInnen(initiativen) zu stärken, die sich in die Erinnerungskultur einbringen wollen.

In verschiedenen Ländern formulieren NachkommInnen Unterstützungsbedarf im Umgang mit ihrer Familiengeschichte, unter anderem weil viele von ihnen von transgenerationaler Weitergabe von Traumatisierungen betroffen sind. Bisher mangelt es an Angeboten, die sich speziell ihren Bedürfnissen widmen:

  • Es muss für diejenigen, Unterstützung bereitgestellt werden, die Hilfe in Anspruch nehmen möchten.
  • Es bedarf der Schaffung eines psychosozialen Angebotes für NachkommInnen von nationalsozialistisch Verfolgten.

Die gesellschaftliche Teilhabe von NachkommInnen und ihre politische Mitbestimmung müssen gefördert werden. NachkommInnen sind zum Teil von Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffen:

  • Kontinuitäten der Diskriminierung müssen aufgezeigt und überwunden werden.

Insgesamt muss von Politik und Gesellschaft anerkannt werden, dass das Schicksal der Verfolgten des Nationalsozialismus in vielen Fällen das Leben ihrer Kinder und Enkel geprägt hat und noch immer prägt.

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. setzt sich gemeinsam mit den Unterzeichnenden für die Interessen aller Überlebenden und deren NachkommInnen ein.

Martin Aust, Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn (Deutschland)

Christine Bast, Landesverband Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Baden-

Württemberg (Deutschland)

Julia Bernstein, Frankfurt University of Applied Sciences (Deutschland)

Alina Brehm, Universität Wien (Österreich)

Maria Buko, History Meeting House / University of Warsaw (Polen)

Marina Chernivsky, Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST) (Deutschland)

Marie-Luise Conen, Dipl.-Psychologin (Deutschland)

Yael Danieli, Klinische Psychologin in privater Praxis (USA)

Jacques Delfeld, Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz (Deutschland)

Eva Fogelman, Psychologin in privater Praxis (USA)

Simon Forstmeier, Universität Siegen (Deutschland)

Roman Franz, Landesverband Deutscher Sinti und Roma e. V. NRW (Deutschland)

Gaby Glassman, Psychologin in privater psychotherapeutischer Praxis (Großbritannien)

Erika Hagelberg, Second Generation Network (Großbritannien)

Anita Haviv-Horiner, Bildungsexpertin und Autorin (Deutschland/Israel)

Andreas Hechler, Bildungsreferent (Deutschland)

Nora Hespers, freie Journalistin (Deutschland)

Gudrun Hentges, Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät (Deutschland)

Viola Jakschova, Živá Paměť (Tschechische Republik)

Ulla Jelpke, Innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag

(Deutschland)

Natan Kellermann, AMCHA Deutschland

Anne Klein, Universität zu Köln (Deutschland)

Elke Kleinau, Universität zu Köln (Deutschland)

Habbo Knoch, Universität zu Köln (Deutschland)

Dani Kranz, Ben Gurion University of the Negev (Israel/ Deutschland)

Nikki Marczak, Australian Institute for Holocaust and Genocide Studies

Anna Meier-Osinski, Arolsen Archives (Deutschland)

Elena Monicelli, Peace School Foundation of Monte Sole (Italien)

Merylin Moos, Second Generation (Großbritannien)

Michael Newman, The Association of Jewish Refugees (Großbritannien)

Abraham Peck, University of Southern Maine (USA)

Dagmar Pruin, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (Deutschland)

Jost Rebentisch, Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. (Deutschland)

Dennis Riffel, Gegen Vergessen - für Demokratie e.V. (Deutschland)

Joram Ronel, Klinik Barmelweid AG (Schweiz)

Romani Rose, Zentralrats Deutscher Sinti und Roma (Deutschland)

Günter Saathoff (Deutschland)

Elisabeth Schwabauer, Arolsen Archives (Deutschland)

Darina Sedláčková, Živá Paměť (Tschechische Republik)

Stella Shcherbatova, Begegnungszentrum Porz der Synagogen-Gemeinde Köln (Deutschland)

Amit Shrira, Bar-Ilan University (Israel)

Marta Simó, Investigacions en sociologia de la religió (Spanien)

Phillipp Sonntag, Child Survivors Deutschland e.V.

Noemi Staszewski, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Rinaldo Strauß, Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen (Deutschland)

Ulrike Trautwein, Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg (Deutschland)

Tom Uhlig, Bildungsstätte Anne Frank (Deutschland)

Bettina Wegner, Liedermacherin (Deutschland)

Lukas Welz, AMCHA Deutschland

Oliver von Wrochem, KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Deutschland) 

Sahra Zimmermann, Universität Siegen (Deutschland)

 

 

Szabine Adamek, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. (Deutschland)

Anne Allex, Sozialpolitische Wegeweiserin/ historisch tätig zu "Asozialen"/ Zwangsarbeit von

Juden (Deutschland)

Wolfgang Battermann, Ortsheimatpflege Petershagen (Deutschland)

Mathias Behring, Goldschied (Deutschland)

Chana Bennett, Synagogen-Gemeinde Köln (Deutschland)

Josh Berle (Großbritannien)

Sara Bialas, Erinnern und VerANTWORTung (Deutschland)

Volker Blaschke VVN-BdA (Deutschland)

Karin Block (Deutschland)

Werner Block (Deutschland)

Angelika Brauer, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. (Deutschland)

Helga Brendel, Ta Tzitzikia e.V., Frauennetzwerkt für Politik, Kultur und Soziales (Deutschland)

Jürgen Brüger, VVN-BdA (Deutschland)

Hartmut Büchsel, VVN-BdA (Deutschland)

Christine Chiriac, Georg-Eckert-Institut Braunschweig (Deutschland)

Waldemar Ciszek (Deutschland)

David Clark, Second Generation Network (Großbritannien)

Malte Clausen, Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen (Deutschland)

Miriam E. David, UCL Institute of Education

Heidi Delbeck (Deutschland)

Uwe Dischereit, Ruth-Cohn-Schule (Deutschland)

Barbara Dresner, Mitglied des Netzwerkkomitees der Zweiten Generation (Großbritannien)

Katharina Drexler, Ärztin für Psychiatrie und Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Deutschland)

Adina Dymczyk, Doktorandin der Humboldt Universität zu Berlin (Deutschland)

Martina Emme, Erinnern und VerANTWORTung e.V. (Deutschland)

Sigrid Falkenstein, Aktivistin/Autorin (Deutschland)

Oliver Felgendreher, Ruth-Cohn-Schule (Deutschland)

Thorsten Fehlberg, Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. (Deutschland)

Thomas Floeth, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Irene Fick, Second Generation (Großbritannien)

Hans-Peter Markus Fresdorf (Deutschland)

Birgit Fuchs, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Maggie Gad, JDC-Eshel (Israel)

Doris Gläser, Ta Tzitzkia e.V., Frauenetzwerk für Politik, Kultur und Soziales (Deutschland)

Petra Godel-Erhardt, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Birgit Görres, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Nils Greve, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Swenja Granzow-Rauwald, Junges Komitee der Amicale Internationale KZ Neuengamme

(Deutschland)

Christine Hämmerling, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft –

Populäre Kulturen (Schweiz)

Annegret Hecker, VVN-BdA (Deutschland)

Martina Heland-Graef, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (Deutschland)

Kay Herklotz, Landesverband Gemeindepsychiatrie Sachsen e.V. (Deutschland)

Birgit Hofmann, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Deutschland)

Mara Kaemmel (Deutschland)

Gertrud Kauderer, One by One e.V.  (Deutschland)

Bernhard Kessel, Ruth-Cohn-Schule (Deutschland)

Jean-Paul Köpell, VVN-BdA (Deutschland)

Rosemarie Koester-Nierhoff, Ta Tzitzikia e.V., Frauennetzwerkt für Politik, Kultur und Soziales (Deutschland)

Christine Kone, Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Hessen (Deutschland)

Sandra Konrad, Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin (Deutschland)

Inge Kroll, Psychologist (Deutschland)

Gert Levy, Psychotherapeut (Deutschland)

Utz List, Ruth-Cohn-Schule (Deutschland

Dietrich Lohse, VVN-BdA (Germany)

Petra Madyda, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. (Deutschland)

André Meyhoff, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaf (Deutschland)

Isabel Morgenstern, Memory Werkstatt (Deutschland)

Dieter Nelles, Lehrer und Sozialwissenschaftler (Deutschland)

Thomas Nowotny, Kinder- und Jugendarzt (Deutschland)

Andreja Orsag, Ruth-Cohn-Schule (Deutschland)

Heinz Ostermann, "Leporello" (Deutschland)

Peter Pogany-Wnendt, Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust (Deutschland)

Ulrike Pohlit, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. (Deutschland)

Christel Pieper, VVN-BdA-LV SH (Deutschland)

Eva Quistorp, MdEP a.d (Deutschland)

Horst Reiter, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Inge-Jule Rösch, Ta Tzitzikia e.V., Frauennetzwerkt für Politik, Kultur und Soziales (Deutschland)

Iris Ritzmann, medical historian

Michael Schlecker, Erinnern und VerANTWORTung e.V. (Deutschland)

Hans-Georg Schulz Erzieher (Deutschland)

Erich Schneeberger, Verband Deutscher Sinti und Roma - Landesverband Bayern e.V. (Deutschland)

Christiane Schott, Britzer Initiative "Hufeisen gegen Rechts" (Deutschland)

Alexandra Senfft, Autorin und Journalistin (Deutschland)

Anja Siegemund, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum (Deutschland)

Wilfried Silbernagel, Erinnern und VerANTWORTung e.V. (Deutschland)

Anni Söntherath, Psychologin (Deutschland)

Hannelore Steinert, Historikerin (Deutschland)

Wilko Stubbe, VVN-BdA (Deutschland)

Claudia Seydholdt, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)

Anne Sultoon (Schweizerische Eidgenossenschaft)

Simone Treis, Rom e.V. (Deutschland)

Silvio Uhlfelder (Deutschland)

Kerstin Végh, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. (Deutschland)

Jelena Wachowski (Deutschland)

Anika Walke, Department of History Washington University in St. Louis (USA)

Renate Waldschütz-Leich, One by One e.V.  (Deutschland)

Doris Watzinger (Deutschland)

Jörg Watzinger, Second Generation (Deutschland)

Karin Weimann, Verein Erinnern und VerANTWORTung e. V. – Gedenkarbeit an Berliner

Schulen mit dem Projekt „Trost durch Tat“ (Deutschland)

Marianne Wilke (Deutschland)

Monika Wolke, Ta Tzitzikia e.V., Frauennetzwerkt für Politik, Kultur und Soziales (Deutschland)

Christian Zechert, Vorstand Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. (Deutschland)