h sch 002 Bearbeitet„Engagiert euch gegen das Vergessen!“

Helmut Scholz wurde 1925 in Köln als Sohn eines evangelischen Polizisten und einer Jüdin geboren. Helmut wuchs behütet auf - in der Nachbarschaft wohnten viele Familien, an Spielkameraden mangelte es ihm nicht. Doch ab 1937 bekam er in der Schule die „Rassegesetze“ der Nazis zu spüren. Es gab neue Klassenbücher, in die Merkmale wie „Arier“ oder – bei Helmut - „Halbarier“ eingetragen wurden. Helmuts Vater wurde wiederholt vom „Rassenpolitischen Amt“ zur Ehescheidung gedrängt. Seine Treue rettete Helmut und dessen Mutter vor der Deportation in ein Vernichtungslager.

1941 begann Helmut eine Lehre als Maschinenschlosser in einer kleinen Fabrik in Köln-Ehrenfeld. Seine Mutter musste ab 1942 Zwangsarbeit in einer Häute-Großhandlung in Köln leisten, der Vater wurde 1943 zwangspensioniert. Im Februar 1944 musste die Familie ihre Wohnung verlassen und mit zwei anderen Ehepaaren, die in einer „Mischehe“ lebten, eine Wohnung teilen.

Im September des gleichen Jahres wurde die Familie aufgefordert, sich in das Barackenlager Köln-Müngersdorf zu begeben. Von dort kamen sie zum Deportationsbahnhof, wo sich getaufte Juden und „Halbarier“ getrennt aufstellen mussten. Die „arischen“ Ehepartner wurden aus Köln ausgewiesen. So kam Helmuts Vater nach Hannoversch-Münden, die Mutter wurde in ein Zwangsarbeitslager nach Hessisch-Lichtenau deportiert. Auch Helmut wurde zu schwerer Zwangsarbeit zunächst nach Zeitz, später nach Unterweißbach deportiert.

Nachdem er von den Amerikanern befreit worden war, machte Helmut sich auf den Weg nach Köln. Sein Vater trat nach kurzer Zeit wieder den Polizeidienst an und half mit anderen unbelasteten Beamten beim Aufbau der Kölner Polizei. Die Familie erfuhr, dass Helmuts Großeltern mütterlicherseits sowie drei Geschwister der Großmutter in Konzentrationslager deportiert und ermordet worden waren.
Helmut absolvierte sein Studium, engagierte sich in der Jugendarbeit sowie als Sozialreferent der Studierendenvertretung und arbeitete zunächst als Ingenieur, später als Dozent an der Kölner Fachhochschule. 1959 heiratete er seine Frau Ursula, es folgte die Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Joas.

Am 19. August 2016 starb Helmut Scholz im Alter von 91 Jahren in Köln. Bis zu seinem Tod war Helmut beseelt von dem Gedanken, dass die Weitergabe seiner schlimmen Erfahrungen jungen Menschen heute als Warnung und Mahnung dienen kann.