Auch die Nachkommen von NS-Verfolgten sind ZeitzeugInnen mit ganz eigenen Perspektiven. Hier berichten sie in autobiografischen Texten von ihren Erfahrungen.

 

Ricardo Lenzi Laubinger

Der Autor und Sinto Ricardo Lenzi Laubinger berichtet in seinem Buch Und eisig weht der kalte Wind von der bewegenden Verfolgungs- und Überlebensgeschichte seiner Mutter Berta "Sichla" Weiss und ihrer Familie. Hier beschreibt er, welche Auswirkungen das Trauma der Verfolgung durch die Nazis auf seine Eltern und sein eigenes Leben hatte und berichtet von den Diskriminierungen, denen er während seiner Schulzeit ausgesetzt war. Dabei wird die Kontinuität rassistischer Ideologien und Ausgrenzungen in der Nachkriegszeit und bis in die heutige Zeit deutlich.

 

dotschy10Dotschy Reinhardt ist Musikerin und Autorin. In ihrem Buch Everybody's Gypsy: Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt setzt sich die Sinteza mit Fremdzuschreibungen auseinander und diskutiert, wie sich Sinti und Roma selbstbewusst gegen Ausgrenzung und die Aneignung ihrer Kultur behaupten können. Dabei berücksichtigt sie verschiedene Aspekte der Popkultur von Musik und Mode über Literatur und Kunst bis zu Film und Fernsehen. Hier teilt sie einen Auszug aus diesem Buch mit uns. Darin geht es unter anderem um verschiedene Formen der Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte.

 

jörg watzingerJörg Watzinger engagiert sich für den Austausch und die Vernetzung der Nachkommen von Verfolgten untereinander. Sein Vater war aufgrund seiner politischen Überzeugung von den Nazis verfolgt worden. Nachdem er zwei Jahre wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ im Gefängnis gesessen hatte, wurde er direkt im Anschluss im KZ Dachau interniert. Hier berichtet Jörg Watzinger, wie sich die Verfolgungsgeschichte des Vaters bis heute auf sein eigenes Leben auswirkt und wie wertvoll der Austausch mit anderen Nachkommen von Verfolgten für den Umgang mit der eigenen Familiengeschichte sein kann.

 

Anita Haviv webDie Autorin und Bildungsexpertin Anita Haviv wurde 1960 in Wien als Tochter von Überlebenden der Shoah geboren. 1979 wanderte sie nach Israel ein. Sie veröffentlichte unter anderem die Bücher "Der Dornbusch der nicht verbrannte - Überlebende der Shoah in Israel" und "Grenzen-los? Deutsche in Israel und Israeli in Deutschland". Außerdem schreibt sie regelmäßig Beiträge für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Ihr Artikel „Die zweite Generation der Holocaust-Überlebenden: Es lebe das Leben!“, der zunächst im Blog von Zeit Online erschien, findet sich hier.

 

Der Beitrag von Nora Hespers ist ihrem Blog Die Anachronistin entnommen. Auch sie arbeitet darin die Verfolgungsgeschichte ihres Großvaters auf, der aufgrund seiner Aktivitäten im antifaschistischen Widerstand von den Nazis verfolgt und ermordet wurde. Als Sohn eines Widerstandskämpfers war Nora Hespers Vater ebenfalls von der Verfolgung betroffen. Hier schildert sie, wie die traumatischen Erlebnisse ihres Vaters ihn bis heute prägen und welche Auswirkungen diese auf das eigene Familienleben haben. 

 

Sabine Kray1 Rebecca Sampson webSabine Kray hat mit ihrem Roman Diamanten Eddie ein Buch über die Verfolgungsgeschichte ihres Großvaters geschrieben, der als Zwangsarbeiter mehrere Arbeits- und Arbeitserziehungslager überlebt hat. Hier erzählt sie, wie sie sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandergesetzt hat, welche Folgen das Schweigen für eine Familie haben kann und wie sich das Verhältnis zu ihrem eigenen Vater durch ihre Recherchen verändert hat.