Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. ist eine bundesweit tätige Organisation, die Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung und ihre Familien unterstützt, zu Entschädigungsansprüchen berät und Erinnerungsarbeit für kommende Generationen gestaltet.
Seit mehr als 30 Jahren setzen wir uns dafür ein, die Lebenssituation von Überlebenden der NS-Verfolgung zu verbessern, historische Verantwortung sichtbar zu machen und die Erfahrungen von Verfolgung, Flucht und Ausgrenzung an kommende Generationen weiterzugeben.
Unsere Arbeit verbindet soziale Unterstützung, rechtliche Beratung, Erinnerungsarbeit und historisch-politische Bildung. Dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Überlebenden und ihrer Nachkommen ebenso wie an den Herausforderungen einer sich wandelnden Erinnerungskultur.
Der Bundesverband engagiert sich insbesondere in folgenden Bereichen:
Was den Bundesverband besonders macht, ist die Verbindung unterschiedlicher Aufgabenfelder, die häufig getrennt voneinander betrachtet werden.
Wir begleiten Überlebende der NS-Verfolgung in sozialen und rechtlichen Fragen, entwickeln Bildungsprojekte für junge Menschen und gestalten gleichzeitig neue Formen der Erinnerungsarbeit, u.a. mit den Nachkommen der Verfolgten.
Dadurch schlagen wir eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Erfahrungen der Überlebenden stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit – ebenso wie die Frage, wie diese Erfahrungen weitergegeben werden können, wenn die Zahl der Überlebenden immer kleiner wird.
Mehr als 80 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft leben nur noch wenige Überlebende der NS-Verfolgung. Sie sind hochbetagt und häufig auf Unterstützung angewiesen.
Wir setzen uns dafür ein, ihre Lebenssituation zu verbessern, soziale Teilhabe zu ermöglichen und ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen. Dazu gehören Beratungsangebote, soziale Projekte, Besuchs- und Begleitdienste sowie Begegnungsformate gegen Einsamkeit und Isolation.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit ihren individuellen Lebensgeschichten, Erfahrungen und Bedürfnissen.
Die Folgen nationalsozialistischer Verfolgung wirken bis heute nach. Viele Betroffene und ihre Familien stehen weiterhin vor komplexen Fragen rund um Entschädigungs- und Anerkennungsleistungen.
Wir unterstützen Überlebende und ihre Angehörigen bei der Klärung und Geltendmachung ihrer Ansprüche. Diese Arbeit verstehen wir nicht nur als rechtliche Beratung, sondern auch als Beitrag zu historischer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Erinnerungskultur befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die Generation der Überlebenden wird kleiner und persönliche Begegnungen mit den Zeitzeug:innen werden zunehmend seltener.
Wir reagieren auf diese Entwicklung, indem wir ihre Erinnerungen dokumentieren, Lebensgeschichten bewahren und neue Formen der Vermittlung entwickeln. Unser Ziel ist es, die Erfahrungen der Verfolgten auch für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.
Dabei verbinden wir historische Erfahrungen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und fördern eine Erinnerungskultur, die Menschen erreicht und zum Nachdenken anregt.
Die Auswirkungen von Verfolgung enden nicht mit einer Generation. Häufig sind auch die Kinder, Enkelkinder oder weitere Angehörige betroffen von den Folgen – etwa in Form von transgenerationellen Traumata, Scham oder Schweigen.
Viele von ihnen setzen sich mit den Erfahrungen ihrer Familien auseinander und engagieren sich zunehmend selbst in der Erinnerungsarbeit. Wir unterstützen sie dabei durch autobiografische Schreibworkshops, Arbeitskreise, Vernetzungsangebote und bundesweite Austauschformate.
Gleichzeitig verstehen wir uns als Multiplikator ihrer Perspektiven. Die Stimmen der Folgegenerationen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Erinnerungen lebendig zu halten und neue Zugänge zur Geschichte zu schaffen.
Persönliche Begegnungen schaffen Verständnis, fördern Empathie und machen Geschichte erfahrbar. Deshalb bringen wir junge Menschen mit Überlebenden der NS-Verfolgung und zunehmend auch mit deren Nachkommen zusammen. In Workshops, Schulprojekten, Filmprojekten und Gesprächsformaten entstehen Räume für Austausch, Fragen und gemeinsames Lernen. Wir sind überzeugt, dass Begegnungen helfen, Vorurteile abzubauen und demokratische Werte zu stärken.
Unser Ziel ist es, historische Erfahrungen verständlich, zugänglich und relevant für die Gegenwart zu vermitteln – unabhängig davon, ob dies im Klassenzimmer, im digitalen Raum oder im direkten Austausch mit Überlebenden und ihren Familien geschieht.
Deshalb entwickeln wir Bildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen und Formate. Dabei verbinden wir persönliche Begegnungen, kreative Methoden und digitale Vermittlungsformen. Dazu gehören bisher unter anderem:
Wir stehen für die unantastbare Würde jedes Menschen.
Wir treten Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und allen anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen.
Wir sind überzeugt davon, dass die Erfahrungen der Überlebenden und ihrer Nachkommen auch für kommende Generationen und die Entwicklung der Gesellschaft von großer Bedeutung sind.
Und wir setzen uns dafür ein, dass ihre Geschichten gehört, bewahrt und weitergegeben werden.
Der Bundesverband unterstützt Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung und ihre Familien, berät zu Entschädigungsansprüchen und entwickelt Projekte der Erinnerungsarbeit, sozialen Unterstützung und historisch-politischen Bildung.
Zu unseren Zielgruppen gehören Überlebende der NS-Verfolgung, ihre Angehörigen und Nachkommen, Jugendliche, Schulen, Bildungseinrichtungen, Multiplikator:innen sowie Menschen, die sich für Erinnerungskultur und Demokratiebildung engagieren.
Da die Zahl der Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung stetig abnimmt, gewinnen die Perspektiven von Kindern, Enkelkindern und weiteren Nachkommen für die Erinnerungsarbeit zunehmend an Bedeutung. Sie tragen familiäre Erinnerungen weiter und eröffnen neue Zugänge zur Geschichte.
Der Bundesverband entwickelt Zeitzeug:innen-Projekte, Workshops, Filmprojekte, digitale Lernangebote, Begegnungsformate und Social-Media-Kampagnen wie #ZumFeindGemacht.
Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus leben noch immer Überlebende der NS-Verfolgung. Sie sind mittlerweile hochbetagt und stehen vor besonderen Herausforderungen.
Insbesondere zahlreiche Überlebende aus der ehemaligen Sowjetunion, die seit den 1990er Jahren als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, leben in prekären sozialen Verhältnissen. Sprachbarrieren, Armutsbetroffenheit, gesundheitliche Einschränkungen sowie soziale Isolation und Einsamkeit erschweren häufig die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Hinzu kommt, dass belastende Erinnerungen an Verfolgung, Flucht und Gewalt im hohen Alter oft wieder stärker in den Vordergrund treten können. Viele Überlebende benötigen daher nicht nur praktische Unterstützung im Alltag, sondern auch soziale Begleitung, Anerkennung und Räume für Begegnung.
Die Unterstützung von Überlebenden der NS-Verfolgung ist deshalb nicht nur eine soziale Aufgabe. Sie ist Ausdruck historischer Verantwortung gegenüber Menschen, die unter dem nationalsozialistischen Regime verfolgt wurden und deren Lebensgeschichten bis heute von den Folgen dieses Unrechts geprägt sind.
Die nationalsozialistische Verfolgung gehört nicht der Vergangenheit an. Sie wirkt in Biografien, Familiengeschichten und gesellschaftlichen Debatten bis heute nach. Unser Auftrag ist es, die Überlebenden zu unterstützen, ihre Erfahrungen sichtbar zu machen und ihre Perspektiven in die Zukunft zu tragen. Gemeinsam mit den Folgegenerationen gestalten wir eine Erinnerungsarbeit, die Vergangenheit bewahrt und Verantwortung für die Gestaltung der Gegenwart übernimmt.