Zinaida Spindler wurde 1936 in Leningrad geboren und erlebte die Blockade der Stadt als kleines Kind. Zu Beginn des Krieges versuchten ihre Eltern, sie und ihren älteren Bruder Akiwa aus der Stadt zu bringen. Während ihrer Evakuierung übernachteten sie im Dorf Elizavetino, wo sie von Schreien geweckt wurden - die Deutschen waren da. Zinaida und ihr Bruder mussten nach Leningrad zurückkehren. Dass sie die Reise zurück in die Stadt überlebten, grenzt an ein Wunder: Nur die Dampflok und der erste Wagen kamen an, der Rest des Zuges war bombardiert und vollständig zerstört worden. So blieb Zinaida mit ihrer Familie in der eingeschlossenen Stadt.
Im Februar 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Bruder über den zugefrorenen Ladogasee evakuiert, während ihre Eltern zunächst in Leningrad zurückblieben.
Zinaida erinnert sich an Hunger, Bombenangriffe und den allgegenwärtigen Tod. Besonders prägend waren für sie die Fürsorge ihrer Mutter, die alles für das Überleben ihrer Kinder tat, sowie die ständige Angst während der Luftangriffe. Ende 1942 kehrte sie nach Leningrad zurück und erlebte auch dort weiterhin die Zerstörung und die Folgen der Belagerung. Ihre Erinnerungen zeigen eindrücklich, wie selbst die jüngsten Kinder die Schrecken der Blockade miterleben und verarbeiten mussten.
Die vollständige Biografie sowie ein ausführliches Zeitzeugeninterview finden Sie auf unserer Projektwebseite www.leningradblockade.de. Dort erhalten Sie vertiefende Einblicke in seine persönlichen Erfahrungen während der Blockade und in die Folgen, die dieses historische Ereignis bis heute für die Betroffenen hat.