Arbeitsgruppen Nachkommen von NS-Verfolgten

In zwei moderierten Arbeitsgruppen befassten sich internationale Fachleute aus Forschung und Praxis mit den Themen „Politische Bildungsarbeit“ und „Psychosoziale Fragen“ im Kontext der Arbeit von und mit Nachkommen von NS-Verfolgten. Die ExpertInnen tauschten sich über ihre jeweiligen Arbeitsschwerpunkte aus, diskutierten Möglichkeiten einer Zusammenarbeit und setzten gemeinsam neue Impulse für Forschung und gesellschaftlichen Diskurs. Die Ergebnisse des Projekts wurden bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung in Köln am 11.10.2018 präsentiert. 

Videos der Impulsvorträge und Diskussionen finden sich in einer eigenen Playlist auf unserem Youtube-Kanal. Die in den Arbeitsgruppen gewonnen Erkenntnisse wurden in einem Ergebnisbericht veröffentlicht. Eine Weiterführung des Projekts ist geplant.

 

Arbeitsgruppe „Psychosoziale Fragen“

In der internationalen Fachliteratur wurde bereits belegt, dass ein erheblicher Teil der Angehörigen der Folgegenerationen unter seelischen und körperlichen Krankheiten leidet, die sich durch die transgenerationale Weitergabe von Traumata erklären lassen. Die Arbeitsgruppe analysierte beispielsweise die sozialpsychologischen Bedarfe der Nachkommen von NS-Verfolgten und berücksichtigte dabei auch, welche Rolle gesellschaftliche Kontinuitäten nach 1945 und gegenwärtige Diskriminierungen spielen.

 

Arbeitsgruppe „Historisch-politische Bildungsarbeit“

Nachkommen von NS-Verfolgten berichten vor Schulklassen, bei Podiumsdiskussionen, im Fernsehen, in Gedenkstätten oder bei Stadtführungen über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Zusammenhänge mit aktuellen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Auch bei der Entwicklung neuer Formen der Erinnerungsarbeit spielen sie eine wichtige Rolle. Die Arbeitsgruppe befasste sich u.a. damit, welche Rolle die Nachkommen von NS-Verfolgten künftig in der politischen Bildungsarbeit und der gedenkpolitischen Arbeit einnehmen können.

 

Das Projekt wurde von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und dem Auswärtigen Amt gefördert.

In Kooperation mit:

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