Website unserer Bildungsprojekte

"Biografiewerkstatt", "Fremd sein - Was ist das?", "Zeitzeugentheater": Unsere Bildungsprojekte haben nun eine eigene Website! Schaut euch um und informiert euch, wie wir gemeinsam mit Zeitzeug*innen, Schüler*innen und jungen Erwachsenen sowie allen Interessierten zu einer guten Erinnerungskultur beitragen. Gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung. Gemeinsam gegen das Vergessen. Klickt vorbei: https://bildungsprojekte.nsberatung.de/

 

Premierenabend in Köln

„Wir haben etwas erfahren, was kein Geschichtsbuch uns erzählen kann“, erklärt die Schülerin Lisa auf der Bühne. Sie war eine von 14 Jugendlichen, die an dem Projekt „Fremd sein – Was ist das?“ teilgenommen haben. Ein Jahr lang haben sich die Jugendlichen mit den Themen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass auseinandergesetzt. Sie trafen Donya Pentetska und Peter Finkelgruen, zwei Überlebende der Shoah, die den Jugendlichen ihre Geschichten erzählten. Die Jugendlichen hörten zu, stellten Fragen, schrieben auf und versuchten zu verstehen, was der Nationalsozialismus für den einzelnen Menschen bedeutete. Aus dem gesammelten Material ist ein Film entstanden, der gestern im Forum der Volkshochschule im Museum am Neumarkt in Köln Premiere feierte.

54 Plätze waren aufgrund der Corona-Pandemie vor Ort zu vergeben. 54 Plätze waren besetzt. Der Saal wurde dunkel, der Film wurde gezeigt, Stille im Publikum. Wir erfahren, wie der Film entstanden ist. Sehen nachgestellte Episoden aus Donyas und Peters Leben. Und wir lernen, dass Diskriminierung, Fremdenhass und Antisemitismus keine Phänomene der Vergangenheit sind. Sie sind aktuell und das schon seit Jahrzehnten. Die Jugendlichen erzählen von ihren Ausgrenzungserfahrungen. Wir lernen Dominik kennen. Er erzählt, dass er aufgrund seine Homosexualität diskriminiert wurde. Wir lernen Hornela kennen und erfahren, dass sie in der dritten Klasse von Mitschüler*innen beleidigt wurde, einfach nur weil ihr Haar anders war als das der anderen.

Als der Film vorbei ist, dauert es ein wenig bis wir, das Publikum, uns wieder gesammelt haben und auftauchen können. Die Podiumsdiskussion beginnt. Und es herrscht Ratlosigkeit: Warum werden Menschen immer noch ausgegrenzt? Warum bleiben Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft bestehen? Wie kann es sein, dass Hass überdauert? Ein Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule meldet sich zu Wort und bringt es auf den Punkt: Es geht vor allem um Mut. Mut, sich mit diesen Themen auseinandersetzen zu wollen. Lernen zu wollen. Die Filmemacherin Sharon Ryba-Kahn greift diesen Punkt noch einmal auf, es fehle an Emotionalität und ja, es geht um Mut. Aber wie bringt man jemandem Mut bei?

Deutlich wird an diesem Abend, dass es mehr braucht als einen Pflichtbesuch in einer Gedenkstätte. Es braucht mehr als eine Teilnahme an einem Projekt, es braucht mehr als die einmalige Verlegung eines Stolpersteins. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass sind keine einmaligen Krankheiten, gegen die man nach einem Gedenkstättenbesuch immun wird. Nein, es bedarf der andauernden Auseinandersetzung mit diesen Themen und der eigenen Reflexion. Wenn wir uns alle ein Leben lang reflektieren und uns mit diesen unbequemen Themen auseinandersetzen, könnten wir es vielleicht schaffen, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass innerhalb der Gesellschaft stark zu minimieren. Aber dafür bedarf es der Mitarbeit eines jeden Einzelnen von uns.

Wer nicht persönlich zur Aufführung erscheinen konnte, kann sich den gesamten Abend mit anschließender Podiumsdiskussion hier noch einmal online anschauen.

Wer lediglich den Film sehen möchte, kann das hier tun.

 

 

Filme unserer "Biografiewerkstatt"

In unserem Projekt "Biografiewerkstatt" erzählten die hoch betagten Überlebenden der Shoah ihre Geschichten Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Bergheim. Die Szenen aus den gehörten Lebensgeschichten wurden zur Grundlage eines Theaterstückes. Wegen der Corona-Pandemie konnte die geplante Theateraufführung leider nicht stattfinden. Stattdessen haben wir drei Kurzfilme gedreht. Die ersten Filme sind bereits auf unserem YouTube-Kanal zu sehen.

"Biografiewerkstatt" im Stadtanzeiger

Anfang August erschien im Kölner Stadtanzeiger ein großer Artikel von Uli Kreikebaum über unsere "Biografiewerkstatt". Artikel lesen.

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