Gespräch mit Dr. Boris Zabarko

Überlebender des Ghettos von Schargorod, Historiker, Erforscher des Holocaust in der Ukraine

 

"Überleben ist Glück und Last zugleich"

 

Dr. Boris Zabarko im Gespräch mit Margret und Werner Müller

Wann? - 16. Dezember 2022 I 18.30 Uhr

Wo? - im Studienhaus der BAN (Bildungslandschaft Altstadt Nord) Gereonswall 57a,                  50670 Köln, Eingang an der Kyotostrasse

 

Boris Zabarko überlebte als Kind das Ghetto Schargorod in der Ukraine. Als Historiker hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Berichte von Überlebenden des Holocaust in der Ukraine zu sammeln und zu veröffentlichen.

 

In Deutschland haben Margret und Werner Müller (Köln) zwei Bücher herausgegeben, die von ihm gesammelte Erinnerungen enthalten.

 

2004: ‚Nur wir haben überlebt‘ Holocaust in der Ukraine, Zeugnisse und Dokumente, Dittrich Verlag.

 

2019: ‚Leben und Tod in der Epoche des Holocaust in der Ukraine‘ Zeugnisse von Überlebenden, Metropol-Verlag.

 

Lange hatte Boris Zabarko geglaubt, dass er keinen Krieg mehr erleben werde. Anfang März 2022 musste er jedoch aus Kiew fliehen, um sich und seine Enkelin in Sicherheit zu bringen.

 

Als Präsident der ukrainischen Vereinigung jüdischer ehemaliger Häftlinge der Ghettos und nationalsozialistischen Konzentrationslager hält er von Deutschland aus weiterhin Kontakt zu den in der Ukraine verbliebenen Mitgliedern. Im Gespräch wird er auf das Schicksal der Überlebenden des Holocaust eingehen. Er und seine Familie vermissen die Heimat und warten auf das Ende des Krieges.

 

 

Eintritt frei – um Spende wird gebeten!

 

 

Eine Kooperationsveranstaltung mit:

Hansa Gymnasium Köln, Lern- und Gedenkort Jawne,

ZumFeindGemacht – Der Podcast

„Wer waren die Menschen, die von den Nazis verfolgt wurden?“, fragt der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. (BVNS) anlässlich des Gedenkjahres 2022.

 

Auf seinen Social-Media-Kanälen erzählt der BVNS seit Juni unter dem #ZumFeindGemacht Geschichten von Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und damit „zum Feind gemacht“ wurden.

 

Dabei stehen Menschen im Mittelpunkt, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt, zwangssterilisiert, gefoltert oder ermordet wurden. Zum Beispiel wegen ihrer sexuellen Orientierung, weil sie psychisch erkrankt waren, weil sie die „falsche“ Hautfarbe hatten, weil sie ihre politischen Überzeugungen nicht aufgeben wollten oder einfach nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort ihre Meinung gesagt haben.

 

Da ist zum Beispiel die Geschichte von Willi Heckmann, der als homosexueller Künstler verfolgt worden ist und acht Jahre lang in Konzentrationslagern eingesperrt war, wo er auf Befehl Himmlers ein Häftlingsorchester gründen und vor SS-Größen aufspielen musste. Der, nachdem er diesen Terror überlebt hat, als homosexueller Mann keine Chance auf eine finanzielle Wiedergutmachung hatte. Oder die Geschichte von Maria Potrzeba, die als junges Bauernmädchen freundschaftlichen Kontakt zu polnischen Zwangsarbeitern hatte, daraufhin von der Dorfgemeinschaft als „Polenliebchen“ diffamiert und von der Gestapo unter Gewalt zu einem falschen Geständnis gezwungen wurde, das sie in ein Jugend-KZ brachte.   

 

Der BVNS veröffentlicht den neuen Podcast im Rahmen der Social-Media-Kampagne #ZumFeindGemacht anlässlich des 70. Jahrestags der Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens am 10. September 2022, das die Grundlage für alle weiteren Regelungen der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts darstellt. Zu Wort kommen Nachkommen der NS-Verfolgten, wie z.B. der Regisseur Klaus Stanjek, der als Neffe von Willi Heckmann einen Film über seinen Onkel gedreht hat und damit auch das Thema des Verschweigens der nationalsozialistischen Verfolgung in seiner Familie verarbeitet. Historiker*innen wie Dr. Insa Eschebach, Religionswissenschaftlerin und Publizistin, erklären historische Hintergründe.

 

Außerdem diskutieren wir mit weiteren Expert*innen, wie dem Journalisten Stephan Anpalagan, was das alles – Diskriminierungen, Rassismus und Antisemitismus – heute noch mit uns zu tun hat. Zum Beispiel, wenn wir die Geschichte von Heinz Kerz erzählen, der als Sohn eines französischen Besatzungssoldaten als Schwarzer Mensch geboren wurde. In dem talentierten jungen Fußballer, der in seiner Heimat wegen seiner Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft überall beliebt war, sahen die Nationalsozialisten nur “minderwertiges Leben”. Sein Schicksal: Zwangsterilisation und KZ-Haft.

 

Moderiert wird der #ZumFeindGemacht-Podcast von der freien Journalistin und Podcasterin Nora Hespers, die außerdem das Buch „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“ geschrieben hat und von ihrem Großvater, dem Widerstandskämpfer Theo Hespers erzählen wird.

 

Zu hören gibt es #ZumFeindGemacht ab dem 9. September 2022 auf den bekannten Streamingplattformen Spotify, Apple Podcast, Deezer, Amazon Music sowie auf der Website

https://zumfeindgemacht.de.

 

 

Kontakt:

Lena Knops

Projektkoordinatorin #ZumFeindGemacht

Mail: knops@nsberatung.de

Telefon: 0221 17 92 94 18

 

Website unserer Bildungsprojekte

"Biografiewerkstatt", "Fremd sein - Was ist das?", "Zeitzeugentheater": Unsere Bildungsprojekte haben nun eine eigene Website! Schaut euch um und informiert euch, wie wir gemeinsam mit Zeitzeug*innen, Schüler*innen und jungen Erwachsenen sowie allen Interessierten zu einer guten Erinnerungskultur beitragen. Gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung. Gemeinsam gegen das Vergessen. Klickt vorbei: https://bildungsprojekte.nsberatung.de/

 

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